Marten und Graner RechtsanwälteAusbildungsunterhalt – die sogenannten Abitur-Lehre-Studium Fälle

Ausbildungsunterhalt – die sogenannten Abitur-Lehre-Studium Fälle

Der Bundesgerichtshof hat sich in einer neuen Entscheidung am 08.03.2017 erneut mit dem Ausbildungsunterhalt und den sogenannten Abitur-Lehre-Studium Fällen beschäftigt. Im vorliegenden Fall ging es um die Ausbildung einer 1989 geborenen Tochter, welche im Jahre 2009 auf dem Wirtschaftsgymnasium die Hochschulreife erreichte, dann eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolvierte, welche sie im Januar 2012 erfolgreich mit der Note 1,4 abschloss. Daraufhin entschied sie sich mit dem Ziel, Lehrerin zu werden, im April 2012 das Studium der Wirtschaftspädagogik mit dem allgemeinen Schwerpunkt katholische Theologie aufzunehmen. Der angestrebte Abschluss war der sogenannte „Bachelor of Science“, dem im Masterstudiengang der „Master of Education“ nachfolgen sollte.

Sowohl das Amtsgericht als auch das Oberlandesgericht lehnten einen weiteren Ausbildungsunterhalt ab. Nachdem das Oberlandesgericht zunächst zutreffend feststellte, dass die beiden Ausbildungen nicht derselben Berufssparte angehören, hat der Bundesgerichtshof korrigierend festgestellt, dass für die Frage, welcher Berufssparte die Ausbildung zuzurechnen ist, die beiden Ausbildungsabschnitte als einheitliche mehrstufige Ausbildung zum Lehramt einzuordnen seien. Dass der Bachelorabschluss für sich genommen auch zu anderen Berufen als dem Lehramt befähige, sei insoweit ohne Belang. Es sei ausreichend, wenn die praktische Ausbildung und das Studium so zusammenhängen, dass das eine für das andere eine fachliche Ergänzung darstellt. Dies wurde vorliegend vom Bundesgerichtshof bejaht.

So XII Zivilsenat, Beschluss vom 08.03.2017 – XII ZB 192/16